Waldbrandchaos in Norditalien: Evakuierungen und dramatische Lage
Stand: 18. August 2026, 04:47 Uhr
In der Provinz Udine, Norditalien, breitet sich ein verheerender Waldbrand aus, der die örtlichen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt hat. Der Ortsteil Pissebus in der Gemeinde Tolmezzo musste vollständig evakuiert werden, da die Flammen vom Monte Amariana in Richtung Tal vorrücken und gefährlich nahe an Wohngebieten und Infrastruktur gelangen.
Bereits in der Nacht auf den 16. August begannen die ersten Evakuierungen. Um den betroffenen Anwohnern Schutz zu bieten, haben die Behörden eine Notunterkunft in einer Sporthalle eingerichtet. Die Feuerwehr, der Zivilschutz und zahlreiche freiwillige Helfer stehen seit Tagen im Kampf gegen die Flammen, die trotz des Einsatzes mehrerer Hubschrauber und eines Löschflugzeugs nicht gebannt werden konnten. Unterstützung erhalten die Retter auch von slowenischen Feuerwehrkräften, doch die Flammen bleiben bisher unkontrollierbar.
Anwohner beschreiben ihre Angst in dieser kritischen Situation. Eine Frau berichtete, dass sich ihr Haus in der unmittelbaren Nähe des Brandes befinde und sie in einer schutzlosen Lage schlafe, während ihre Kinder bei Verwandten untergebracht seien. Trotz der bedrohlichen Situation ziehen es einige vor, in ihren Häusern zu bleiben, wobei sie den Einsatzkräften für ihre Unterstützung danken.
Um die benötigte Löschwassermenge zu sichern, fliegen Löschflugzeuge wie die Canadair und slowenische AT-802 Air Tractors den Weißensee in Kärnten an, wo sie Wasser aufnehmen. Urlauber werden aufgefordert, einen gesperrten Bereich um den See zu meiden, um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten. Währenddessen kämpfen weitere Löschflugzeuge gegen einen langanhaltenden Brand am Berg Bedolé im Trentino, wo herausfordernde Wetterbedingungen die Löscharbeiten komplizieren.
In einem Krisentreffen in Tolmezzo am Sonntagmittag kamen Vertreter der Regionalregierung und des Ministeriums für Inneres zusammen, um die Lage zu bewerten. Der Zivilschutzbeauftragte Riccardo Riccardi äußerte, dass eine Besserung erst gegen Donnerstag zu erwarten sei, wenn potenzieller Regen die Situation entspannen könnte. Es besteht eine klare Priorität: Die Sicherheit von Menschen und strategisch wichtigen Infrastrukturen hat oberste Priorität, während Straßen gesperrt und Stromleitungen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet wurden.
Die Auswirkungen des Feuers sind nicht nur lokal spürbar. Der Rauch hat mittlerweile auch Österreich erreicht – die Landesalarm- und Warnzentrale in Kärnten meldete etwa 35 Notrufe von besorgten Bürgern, die von Rauchgeruch und eingeschränkter Sicht berichteten. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und die Notrufnummern für tatsächliche Notfälle freizuhalten.
Zusammen mit den dramatischen Ereignissen in Italien gibt es auch Berichte über Waldbrände in Nordrhein-Westfalen, die zu einer besorgniserregenden Situation führen. Die Waldbrandgefahr bleibt in mehreren Regionen Europas hoch, und die Einsatzkräfte werden weiterhin alles daran setzen, die Flammen unter Kontrolle zu bringen und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.
Schreibe einen Kommentar